Benjamin Graham (Quelle:wikipedia)
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Value Investing Investoren – Benjamin Graham

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Benjamin Graham  (1894 – 1976) Columbia Business School

Wie ein solide gebautes Haus braucht auch eine solide Investmentstrategie ein Fundament – Benjamin Graham hat es mit der Fundamentalanalyse in seinem Werk “Security Analysis” von 1934 zusammen mit Graham Dodd erschaffen. Die Grundidee der Fundamentalanalyse ist es, eine Firma anhand ihrer Bilanzen so genau zu durchleuchten, um herauszufinden, ob noch eine Wertsteigerung möglich ist, die vielleicht übersehen wurde. Graham wurde als Benjamin Grossbaum 1894 in London, UK geboren. Seine Eltern wanderten in die USA aus, als der kleine Ben 1 Jahr alt war und nannten sich in Graham um. Sein Vater verstarb früh und seine Mutter versuchte, an der Börse durch riskante Wetten Geld zu machen, was ihr oft misslang. Graham lernte und lehrte an der Columbia Business School, wo u.a. Warren Buffet einer seiner Studenten wurde. Vor seiner Zeit als Professor für Wirtschaft, Englisch und Philosophie war er eine Weile mit seinem eigenen Investmentfund unterwegs, der jedoch in der frühen US-Finanzkrise 70% seines Wertes verlor. Die darauf folgenden 30 Jahre gelang es Graham, regelmäßig um die 17% Rendite pro Jahr einzufahren (zum Vergleich: der Index damals lag bei 12,2%).

Benjamin Graham (Quelle:wikipedia)Seine Bücher “Wertpapieranalyse” und “Intelligent investieren” gelten auch heute noch als Must Reads in der Szene. Grahams Vermächtnis besteht darin, die Basis geschaffen zu haben, die zur informierten Entscheidungsfindung für Investoren gilt. Grahams Ansatz forciert ein Sicherheitsnetz (Margin of Safety): er plädiert dafür, Aktien unter dem Marktwert zu kaufen, damit Anleger das nötige Finanzpolster haben, um aufgrund von Marktunsicherheit oder Fehlern in der Entscheidungsfindung nicht zu hart zurückzufallen. Also wenn die Aktie nicht wie erwartet steigt, sondern noch weiter fällt, dann hat man sie hoffentlich dann gekauft, wenn der Kurs schon im Keller war.

Graham erfand den Begriff des Mr. Market. Er schilderte die Bewegungen an den Aktienmärkten in der Figur eines Mannes mit manisch depressiven Zügen. An manchen Tagen sei er himmelhoch jauchzend und euphorisch an anderen am Boden zerstört und tief betrübt. Die Kursschwankungen zeigen viel über die Psychologie der Börse. Menschen lassen sich mitreißen und kaufen, wenn die Kurse hoch sind und verkaufen, wenn die Kurse niedrig sind. Value Investoren machen genau das Gegenteil. Deswegen halten sich Value Investoren auch fern vom Buzz, der durch die Medien rauscht.

Mr. Market

Graham hat sich dafür eingesetzt, dass Menschen ihre Investitionen als eine verantwortungsvolle Disziplin sehen, indem sie ihre Risiken und Konsequenzen voll und ganz verstehen. Genau aus diesem Grund hat Graham in vielen seiner Veröffentlichungen im Laufe der Jahre die Finanzberichterstattung Praktiken von Großunternehmen kritisiert, die Investoren mit ungenauen und irreführenden Informationen über den Geschäftsverlauf versorgen. Also einfach gesprochen: Mauschelei auf hohem Niveau.

Graham unterscheidet zwischen dem defensiven und dem unternehmerischen Value Investor.  Der defensive Investor investiert mit minimalen Risiko, sucht nach Value-Aktien und kauft auf lange Sicht.

 

Der unternehmerische Investor hingegen ist jemand, der mehr Zeit, Interesse und sich möglicherweise mehr Spezialwissen aneignet, um außergewöhnliche Käufe am Markt zu tätigen und zwischendurch auch verkauft und sein Portfolio umschichtet.

Kernaussagen des Value Investing nach Benjamin Graham:

  • Kaufe nur mit deinem eigenen Geld, niemals mit Geliehenem.
  • Der Margin of Safety (Sicherheitsnetz) eines Unternehmens bedeutet, dass der Investor nur dann kaufen sollte, wenn der Aktienkurs deutlich unter dem wahren Wert eines Unternehmens liegt. Wenn der Aktienkurs unter der Einschätzung des Fundamentalen Wertes liegt, ist diese Differenz die Sicherheitsmarge, in der ein Value Investor die Aktie kaufen wird. 
  • Der intelligente Investor performt am besten, wenn er wie ein Geschäftsmann an das Investieren heran geht und das Investieren auch als Business betrachtet. Es gibt kein richtig oder falsch für den Zeitpunkt des Investments, sondern Fakten aus der Fundamentalanalyse und sich entwickelnde Märkte, die für einen Kauf des jeweiligen Unternehmens sprechen. Wer ein gebrauchtes Auto kauft, informiert sich vorher auch gründlich, ob der Preis gerechtfertigt ist und der Wagen all das hält, was der Verkäufer verspricht.
  • Je mehr Schulden und Vorzugsaktien im Verhältnis zu den Stammaktien eine Firma besitzt, desto weniger kannst du dich bei der Entscheidungsfindung auf den fundamentalen Schätzwert verlassen.´ 

Deine Mischung im Portfolio ist abhängig von deiner persönlichen Lebens- und Arbeitssituation und deinen finanziellen Verhältnissen. 

Ich sage, Du kannst mit 20 Euro anfangen, mit 200, mit 2000, mit 20.000 Euro. Hauptsache, du fängst an und sammelst Deine Erfahrungen.

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